Tammy Kling / John Ellis „Der Kompass“

Die beiden Autoren Tammy Kling und John Ellis haben mit „Der Kompass“ ein Buch verfasst, das in der Tradition der Heilungsgeschichten steht.

Der Held, Jonathan, ist durch eine Tragödie aus der Bahn geworfen worden, die sein bisheriges Leben mit seinen Sicherheiten von einem Moment zum anderen beendete. Ein Verkehrsunfall raubt ihm Frau und Tochter, je auf unterschiedliche Weise. Er ist traumatisiert, flieht aus seinem Leben  - zunächst in die Wüste. Dort begegnet er einer todkranken Frau, die ihm die erste Lektion auf seinem Weg erteilt: das Leben so anzunehmen, wie es ihm begegnet. Es gibt keine Garantien und keinen verbrieften Anspruch auf Glück und langes Leben. – Weitere Begegnungen führen ihn auf die andere Seite der Welt, geben ihm den Kompass in sein inneres Wesen.

Jede Begegnung führt ihn zu einer neuen Lektion über sich selbst und Schritt für Schritt zurück ins Leben. Er erkennt, dass das alte Leben ihn seiner wahren Identität entfremdet hatte. Das neue Leben ist ein anderes, der Schmerz, die Trauer über seinen Verlust bleibt, aber wird integriert. Schicksalsschläge können auch eine Chance sein, so lässt sich die Message des Buches zusammenfassen. Es ist ein schlichtes, aber darum vielleicht auch so eindrückliches Buch.

Die im Anhang beigestellten Lektionen, welche in den einzelnen Kapiteln verpackt sind, wirken eher schulmeisterlich als dass sie eine Hilfe darstellten. Ein Märchen braucht keine Analyse, es versteht sich von selbst.

Am Ende finden sich Weisheiten von Lebenslehrern, die den Leser auf seiner Reise zu sich selbst unterstützen sollen. Briefe des Autorenduos zum Abschluss geben Anregung und einen Einblick in ihre Arbeit. Tammy Kling unterstützt Menschen in Krisenzeiten mit spiritueller Lebenshilfe, John Ellis ist Coach und hat einen Dokumentarfilm zum Buch gedreht.

Tammy Kling / John Ellis,  Der Kompass

224 Seiten, Knaur MensSana, Sept. 09, 16,95 €