Kim-Anne Jannes: Das Jenseits und die geistige Welt – Meine Arbeit als Medium

Ein Buch über mediale Fähigkeiten oder sogar über die Arbeit als Medium zu schreiben birgt ein gewisses Risiko in sich. Es besteht die Gefahr, Sensationslust zu wecken, das Außergewöhnliche für billige Zwecke auszuschlachten.

Kim-Anne Jannes Buch ist anders. Es widersteht dieser Gefahr durch ihre klare, alltagstaugliche Sprache und ihre Bodenhaftung.

Die Erfahrung der geistigen Welt machte sie bereits als Kind, der Kontakt, die Durchlässigkeit der Grenze zwischen physischer und geistiger Welt gehörten für sie von klein auf zur Realität. In ihrer Kindheit wurden ihre Einblicke, wo zum Beispiel ein verloren gegangener Gegenstand zu finden ist oder Gespräche mit Menschen, die andere nicht sehen konnten, ihrer Phantasie zugeschrieben. So konnte sie recht unbelastet mit ihrer Gabe aufwachsen.

Sie erlernte zunächst den Beruf der Goldschmiedin. Zunehmend bitten Menschen um Hilfe, vor allem wenn es darum geht, Kontakt zu Verstorbenen aufzunehmen, um Unerledigtes zu klären und Abschied zu nehmen. Schließlich kommt der Zeitpunkt sich zu entscheiden. Sich zum Beruf „Medium“ zu bekennen ist ein gewagter Schritt. Sie beschreibt ihre Entwicklung, ihre Hoffnungen und Ängste, Erfolge und Fehler in schlichter Weise und lässt den Leser teilhaben an ihrem Weg. Zugleich gewinnt der Leser Einblick in den Arbeitsalltag eines Mediums.

Im zweiten Teil „Antworten auf Fragen, die mir häufig gestellt werden“ greift die Autorin Themen auf wie „ab wann kann man Kontakt zu Verstorbenen aufnehmen?“, „Können Verstorbene Zeichen geben“, „Gibt es eine Wiedergeburt“ usw. Ihre Antworten spiegeln ihre persönlichen Erfahrungen wieder, ohne sie in Theorien oder Konzepte einzubetten. Das mag ein Nachteil sein, es macht die Antworten jedoch frisch und unmittelbar. Das Gleiche gilt für ihre Erläuterungen zur geistigen Welt.

Ihr Buch ist ein Buch aus der Praxis für die Praxis. Sie zeigt auf, was man von einem seriösen Medium erwarten kann und was nicht. Auch hier helfen Praxisbeispiele, sich genauere Vorstellungen von einer Kontaktaufnahme mit Verstorbenen zu machen und Einblick in ihre Sorgen und Bedürfnisse zu gewinnen.

Das Kapitel „hilfreiche Übungen“ steuert leicht nachvollziehbare Übungen bei. Erhellend ist ihr Hinweis, die Aufmerksamkeit für das hier und jetzt, für die sinnliche Welt  zu schulen sei die beste Voraussetzung für den Kontakt mit der geistigen Welt. Empfänglichkeit für Intuitionen entwickelt sich nicht durch Schwärmerei oder Phantastereien, sondern durch eine erhöhte Wahrnehmungsfähigkeit für das, was ist.

Kim-Anne Jannes hat hier ein erfrischendes, lesenswertes Buch geschrieben, das Antworten gibt auf Fragen nach Jenseitskontakten. – Sie arbeitet als Sterbe- und Trauerbegleiterin, Medium und ist als Referentin tätig.

Kim-Anne Jannes: Das Jenseits und die geistige Welt, Verlag Knaur MensSana, München 2009, gebunden mit Schutzumschlag, 251 Seiten, 17,95 €