Martina Leisten: Voll verkackt!

wie ich auf ganzer Linie scheiterte und was ich daraus lernte

Das Buch von Martina Leisten fällt aus dem Rahmen: neben den vielen Erfolgsstories und -ratgebern hier nun ein Buch über das Scheitern.

Die Autorin schildert den Beginn und das Ende eines Startups, ihres Cafés Frollein Palisander – und den Weg dazwischen. Da ist die Euphorie des Anfangs, der Glaube daran, dass alles gut wird. Und der Start ist gar nicht mal schlecht. Neben tollen Ideen gibt es helfende Hände und ein Projekt, das wächst, – und sich zum Albtraum entwickelt. Da ist dieses Schwanken, die Hoffnung, es doch noch zu schaffen, die Zweifel, die Arbeit, die über den Kopf wächst ebenso wie die Schulden.

Martina Leisten schildert offen und ehrlich ihre seelische Achterbahnfahrt, ist dabei aber nie wehleidig, ergeht sich nicht in Schuldzuweisungen, sondern analysiert dabei sich selbst und ihren Weg.

Nach dem Aus der Cafés gibt es weitere Versuche, nach Insolvenz und mit einem Schuldenberg wieder auf die Füße zu kommen. Dabei werden auch die bürokratischen Hürden und Fallstricke einer Insolvenz beleuchtet. Diese Informationen sind sicher für manchen Gründungswilligen gut zu wissen.

Sie beschreibt ihre weiteren Neustartversuche, begleitet von seelischen Tiefs, Burnout und dem zähen Ringen um die eigene Identität. Das Buch ist nicht zuletzt eine Geschichte der Selbstfindung und des steinigen Weges, die eigenen Hindernisse zu erkennen, Identitäten zu suchen und wieder abzulegen. Bei der die Heldin mit Drachen kämpfte, Kämpfe verlor und sich Verletzungen zuzog. Aber zum Schluss ist die Siegestrophäe doch nah: zu entdecken, wer sie wirklich ist.

Die Geschichte ist leichter Hand geschrieben, locker, witzig und auch traurig zugleich. Wer wie ich selbst einige Erfahrung in Sachen Selbstständigkeit, Scheitern und wieder neu beginnen hat kann die Stationen gut nachvollziehen. Die Autorin beschreibt den Weg authentisch und der Leser darf sie ein Stück weit begleiten.

 

Martina Leisten, mvg Verlag, 240 Seiten, ISBN 978-3-7474-0111-8, 16,99

 

Thomas Mayer: Corona-Impfungen aus spiritueller Sicht

Auswirkungen auf Seele und Geist und das nachtodliche Leben

Das vorliegende Buch ist ungewöhnlich und sticht aus der Liste der Texte und Bücher zum Thema Corona hervor. Der Autor nimmt die Auswirkungen der Impfungen – und der Krankheit selbst – aus spiritueller Sicht in den Blick.

Eine Untersuchung auf spiritueller Ebene bedarf anderer Werkzeuge und Forschungsmethoden als andere, die sich auf die materielle Ebene beziehen. Und auch diese sind unterschiedlich, dem Gegenstand der Untersuchung angemessen. Das Testverfahren z. B. eines Motors ist ein anderes als das eines, das ein Lebensmittelchemiker benutzt, um Inhaltsstoffe und möglich Auswirkungen eines Lebensmittels zu untersuchen. Chemische Analysen haben ein anderes Setting als medizinische Untersuchungen, Test von Pflanzen auf ihre Stoffe und Wirkweisen andere als die von Viren. Psychologische Untersuchungen kommen der Sache schon ein Stückchen näher. – Eigentlich simpel, selbstverständlich. Wieso ist man dann erstaunt, dass Untersuchungen auf spirituelle, feinstofflicher Ebene ebenfalls ihr gemäße Forschungsmethoden erfordern?

Hier kommen übersinnlich wahrnehmende Menschen zu Wort, die durch hellsichtige, hellfühlende Wahrnehmungen ihr Forschungsgebiet bearbeiten.

Wie die zuvor genannten Forschungsmethoden erlernt und erprobt werden müssen müssen es diese auch. Nur benutzt der geistig Forschende kein Mikroskop oder ein anderes äußeres Werkzeug sondern schult sich selbst zum Werkzeug. Diese Überlegungen vorweg.

Die Impfungen nach dem mRNA-Verfahren sind neu und können daher keine Langzeitstudien nachweisen, die ihre Unbedenklichkeit bescheinigen. Die Priorisierung dieser höchst experimentellen Mittel im Gegensatz zu lang erprobten, bewährten Verfahren wirft Fragen auf.

Vielseitige Datenanalysen, Studien – auch gerade solchen, von denen sonst offiziell nicht die Rede ist – zeigen beispielsweise die Zahl der Impftoten (Quelle: VAERS, US-Regierungssystem zur Meldung unerwünschter Impfreaktionen) 2020 einen sprunghaften Anstieg in der Grafik, die von 1990 an geführt wird, auf 12.000 Impftoten an. Die Impfungen bei der Schweinegrippe wurde bei 53 Toten eingestellt. Eine Insiderin, Datenanalystin im Gesundheitswesen, rechnet die Daten auf 45.000 Tote hoch., Stichtag 6.8.2021. (s. S. 27 ff.)

Von dieser einleitenden Aufklärung im äußeren Bereich folgt nun das eigentliche Anliegen. Dazu liegen Studien von geistig Forschenden mit Praxisbezug: Heiler, Masseure, Cranio-Sacral-Therapeuten, Psychotherapeuten, Heilpraktikern und anderen vor, die ihre Beobachtungen beschreiben. Sie sprechen von Verdichtungen, Verdunkelungen des Lebenskräfteleibes, Abschnürungen. Viele sprechen von einer klebrigen Substanz im Feinstofflichen, die den Energiefluss behindern. Wiederholt berichten Therapeuten, dass sie den Menschen nicht mehr wirklich erreichen, sie abgeblockt werden. Die Beschreibungen ringen um das richtige Wort, denn unsere Sprache ist auf das Beschreiben von Materiellem eher zugeschnitten als auf energetische Wahrnehmungen. Die Beschreibungen sind nicht eins zu eins gleich, aber sie deuten alle in eine gleiche Richtung. T. Mayer betont, dass in dieser Richtung weiter geforscht werden müsse. Natürlich können auch hier Irrtümer und Fehldeutungen vorliegen – genau wie in den wissenschaftlich anerkannten Verrfahren.

Für den in der geistig/spirituellen Forschung und ihrer Terminologie Unvertrauten wird es sicher nicht einfacher, wenn diese Beobachtungen nach ihrer geistigen Herkunft klassifiziert werden, wenn von soratischen oder asurischen Wesenheiten die Rede ist. Man sollte, bevor man das als unwissenschaftlich abtut sich aber erinnern: jedes Forschungsgebiet hat seine eigene Terminologie.

Die Deutungen der Forscher, und da kommen weitere als die zuvor genannten zu Wort, kommen zu ähnlichen Ergebnissen, die aber nicht völlig deckungsgleich sind, was auch der Forschung auf anderen, vertrauteren Gebieten entspricht.

Thomas Mayer gibt im weiteren einem wichtigen Aspekt Raum: wenn die Impfung und auch die Krankheit negative Folgen im Wesensgefüge des Menschen haben, sowohl auf Überlebende als auch Verstorbene, wie kann man helfen? Auch dazu gibt es Erfahrungsberichte über die Wirkungen etwa von Meditationen und Gebeten. Es werden auch schulmedizinische Mittel und Möglichkeiten der Ausleitung aufgeführt.

Wichtig ist Thomas Mayer den Zusammenhang aufzuzeigen von physischen und geistigen Auswirkungen, vor allem aber auch von bewussten oder unbewussten Absichten, die hinter der derzeitigen Gesundheits- und Impfpolitik stehen und deren Maßnahmen. Dazu der Psychologe Bodo Neumann, der die Methoden der Regierungen als „weiße Folter“ erkennt (ursprünglich von Militärpsychologen entwickelt). Danach gibt es 7 Methoden, Gehorsam zu programmieren:

 

  1. Isolation von Menschen
  2. Monopolisierung der Wahrnehmungen
  3. Erniedrigung und Entwürdigung
  4. Erschöpfung und Schwächung
  5. Androhen von negativen Folgen
  6. Gelegentliche Zugeständnisse und Lockerungen
  7. Omnipotenz demonstrieren (S. 315)

Thomas Mayer hat seinem mutigen und bedeutsamen Buch ein umfangreiches Quellenverzeichnis beigefügt das dem Leser hilft, sich eingehender zu informieren. Es ist sicher kein einfaches Buch und manches – spirituelle Begriffe und Zusammenhänge – sind für den damit Unvertrauten vielleicht etwas kurz geraten. Aber es ist ein Buch, das Antworten gibt auf Fragen, die sich sicher viele zum Thema Covid 19, sein Ursprung, Hintergründe und Zusammenhänge stellen.

Thomas Mayer, JENBACHMEDIA/Neue Erde GmbH, 356 Seiten, ISBN 978-3-89060-810-5, 28,80

 

Rebecca Vogels: erzähl dein Leben neu

Wie Storytelling dir zeigt, wer du wirklich bist

Rebecca Vogels Buch zu lesen ist ein Glücksgriff. Für mich beinhaltete es zunächst eine Irritation. Als Biographiearbeiterin vermutete ich, es handele sich um einen Beitrag zur Biographiearbeit. Aber es geht um etwas anderes – und doch auch um die Arbeit an der eigenen Biographie.

R. Vogels zeigt auf, mit welchen Stories und Prägungen wir durchs Leben gehen. Und eröffnet uns, wie das Erzählen der eigenen Geschichte zum Beispiel in den USA, wo es sie als junge Frau hinzog, quasi zum Einmaleins gehört und von Kind auf geübt wird. Was bedeutet es, wenn von klein auf gelernt wird, die eigene Identität – Eltern, Geschwister, Haustiere etc. – zu beschreiben?

Wenn wir beginnen uns selbst bewusst unsere Geschichten zu erzählen wird uns deutlich, wer wir sind bzw. wie wir uns sehen. Wie wir diese Geschichten erzählen, unsere Erfolge, unsere Misserfolge, unsere Absichten und Wünsche, die hinter unseren Handlungen stehen – dazu gibt Rebecca Vogels Anleitung in ihrem Buch.

Diese Anleitungen wie überhaupt das ganze Buch sind mit leichter Hand geschrieben. Ihre eigenen Beispiele machen die Übungen anschaulich und vermitteln eher das Gefühl, mit der Autorin im Café um die Ecke zu plaudern als ein „Lehrbuch“ zu studieren. Doch hat diese Leichtigkeit ihre eigene Tiefe. Die Übungen führen letztlich zu der Frage: was ist deine Motivation hinter allem? Und das ist die Schlüsselfrage, die sich in jeder Lebenssituation – Beruf, Partnerschaft, Ortswechsel etc. stellen lässt.

In unserer schnelllebigen Zeit ist es eine wertvolle Hilfe inne zu halten, das Hamsterrad anzuhalten und sich zu fragen: was ist eigentlich meine Motivation und passen meine Handlungen dazu? Mit zahlreichen Übungen bietet die Autorin Hilfen, die eigenen Geschichten besser und prägnanter zu erzählen.

Rebecca Vogels ist selbstständige Beraterin mit einer beachtlichen berufliche Reise von Silicon Valley und Geschäftsriesen zu Firmen- und Einzelcoachings.

Knaur HC Verlag 2020, 272 Seiten, ISBN 978-3-426-21480 0, 14,99

Vivian Dittmar: echter Wohlstand

Warum sich die Investition in inneren Reichtum lohnt

Vivian Dittmar hat in ihrem Buch „echter Wohlstand“ eine Wegmarke geschrieben, die gerade jetzt so wichtig ist.

Viele Menschen in unseren westlichen reichen Ländern spüren ein wachsenes Unbehagen. Im Vergleich uu vielen anderen Ländern besitzen wir viel, haben einen hohen Lebensstandard und dennoch stößt man an allen Ecken auf beunruhigende Zeichen: zunehmende Depressionen und Existenzängste, Leistungsdruck usw.

So wendet sich Vivian Dittmar zunächst der Frage zu, was Wohlstand eigentlich bedeutet. Armut ist kein absoluter Begriff. Man unterscheidet zwar zwischen relativer Armut – deutlich weniger haben als der Durchschnitt – und absoluter Armut, wenn es nicht mehr zum Leben reicht. Letztere ist in den Industrienationen eher selten anzutreffen, in den sogenannten „Entwicklungsländern“ dagegen häufig. Aber es geht auch darum, was jeweils als Armut empfunden wird.

Vivian Dittmar beschäftigt sich mit Fragen wie: Durst nach mehr, wieviel ist genug? Statusangst und Minderwertigkeitsgefühlen,die sich an den „sozialen“ Status knüpfen. Wichtiger noch sind wohl die Fragen nach Haben oder Sein, oder: was ist eigentlich echter Wohlstand? Zeitwohlstand, Beziehungswohlstand, Kreativitätswohlstand, spiritueller Wohlstand und ökologischer Wohlstand. Allein diese Auflistung von Wohlstandsdimensionen fordert zum Nachdenken auf. Was wir meist unter Wohlstand verstehen sind Geld und Dinge, also der materielle Wohlstand. Alle anderen sind zumindest in der westlichen Welt weitgehend ausgeblendet, sind nicht bewusst. Nehmen wir aber diese Kriterien in den Blick dann erkennen wir unschwer – wie arm die „reiche“ westliche Kultur ist. Dabei wünschen wir uns doch genau diese „Dinge“: mehr Zeit für uns haben und das, was uns wichtig ist, bessere Beziehungen, Raum für Kreativität, spirituelle Werte und eine gute ökologische Basis auf der Erde.

Wie wäre es also, wenn wir mehr auf unsere innere Stimme, auf unsere wahren Bedürfnisse hörten und uns endlich mehr echten Wohlstand erlaubten?

Die Autorin ist Impulsgeberin für kulturellen Wandel, den sie durch Seminare, Bücher und Projekte anstößt. Das vorliegende Buch ist ein wesentlicher Beitrag für ein verändertes Bewusstsein und absolut lesenswert.

Kailash Verlag 2021, 272 Seiten, ISBN 978-3-424-63214-9, 20,–

Dr. Gabor Maté: Wenn der Körper nein sagt

Wie verborgener Stress krank macht und was Sie dagegen tun können

Das vorliegende Buch von Gabor Maté ist eines der wichtigsten Bücher, die ich in der letzten Zeit gelesen habe. Sein Thema sind krank machende Auswirkungen des verborgenen Stress, dessen Bedeutung für Entstehung und Heilung unterschiedlicher Krankheiten wesentlich ist.

Häufige Krankheiten, die in Verbindung mit verborgenem Stress entstehen, sind Autoimmunerkrankungen. Der Name spricht für sich. Was lässt den Körper sich selbst als Feind erleben, den es zu bekämpfen gilt?

Dr. Maté ist Arzt und mit diesem Thema durch eigene Praxis vertraut. Er führt in seinem Buch vielfältige Studien von Ärzten, Therapeuten, Universitäten und Forschungszentren an, die eine fundierte Grundlage seiner Analysen bilden. Die Beschreibung dessen, was im Körper geschieht macht es dem medizinischen Laien nicht ganz leicht, bei der Stange zu bleiben. Aber zahlreiche Patientengeschichten erzählen von seelischen Belastungen und nachfolgenden Krankheiten, die gut nachvollziehbar beschrieben sind und die Lektüre fesselnd gestalten. Die Schilderungen der persönlichen Geschichten, auch von bekannten Persönlichkeiten, welche meist in der Kindheit oder Jugend emotionalen Stressbelastungen ausgesetzt waren macht die späteren physischen Erkrankungen unmittelbar nachvollziehbar. Ob es sich um MS, Alzheimer oder andere Krankheiten handelt – es ist ein deutliches Muster erkennbar.

Bei den geschilderten Patienten handelt es sich oft um „nette“, freundliche, sehr hilfsbereite Menschen, die ihren eigenen seelischen Schmerz, ihre Bedürfnisse nicht fühlen, sich selbst stark zurücknehmen und in selbstausbeuterischer Weise für andere da sind. In jungen Jahren entwickeln sich Vermeidungsstrategien, um z. B. Streit oder Gewalt im Elternhaus zu entgehen und den oft unbewussten, verborgenen Erwartungen und Bedürfnissen der Erzieher zu entsprechen. Das Muster etabliert sich, steuert auch noch den erwachsenen Menschen und verhindert so, die eigene Persönlichkeit zu leben oder auch nur tatsächlich wahrzunehmen. – Die Psyche zeigt sich als Gestalter des Körpers, und dem gilt es bei der Behandlung der Krankheiten Rechnung zu tragen. Psyche und Körper existieren nicht unabhängig voneinander.

Die Fallstudien sind umfangreich, gut erklärt und werden bei so manchem Leser die eigene Geschichte und die eigenen Verhaltensmuster beleuchten. Erst im letzten Kapitel geht es um die Prinzipien der Heilung, die kurz und prägnant beschrieben werden. Dieser Teil hätte gern ausführlicher ausfallen dürfen.

Krankheit hat nicht nur eine Geschichte, sie erzählt auch eine Geschichte. Sie ist der Höhepunkt einer lebenslangen Geschichte des Ringens um das Selbst. Aus einer einfachen biologischen Perspektive mag es den Anschein haben, als wäre das Überleben des physischen Organismus als ultimative Ziel der Natur. Die Existenz einer autonomen selbstregulierenden Psyche scheint jedoch das höhere Ziel der Natur zu sein. Geist und Seele können schwere körperliche Verletzungen überleben, aber wir sehen immer wieder, dass der physische Körper unterliegt, wenn die psychische Integrität und Freiheit in Gefahr sind.“ (Seite 280)

Das Zitat bildet eine Quintessenz des Buches. Das zu verstehen und die Konsequenzen zu bedenken erscheint mir gerade in dieser Zeit der Corona-Hysterie wesentlich. Was die Seele stärkt, stärkt auch den Körper. Den Körper vorrangig und separat zu behandeln ist wenig zielführend.

Unimedica – Narayana-Verlag 2020, 368 Seiten, ISBN 978-3-96257-174-0, 24,80€

Ralf Senftleben: Entdecke deine Willenskraft

Wer sich mit Themen wie Selbstentwicklung, Motivationsförderung und Achtsamkeit beschäftigt hat ist sicher auch schon auf die Website www.zeitzuleben.de gestoßen, die Ralf Senftleben mit seinem Team betreibt. Nun ist ein Buch von ihm erschienen „Entdecke deine Willenskraft“. Darin hat Ralf Senftleben viele Tipps zusammengefasst und eine Anleitung zur Verwirklichung von Vorhaben und Projekten geschrieben.

Die Sprache ist, wie von ihm gewohnt, klar, leicht verständlich und mit Humor gewürzt. Er kennt sich aus mit den miesen kleinen Tricks, die jeder von uns sicher schon bei sich erlebt hat um einem Vorhaben, das man doch eigentlich unbedingt umsetzen möchte, immer wieder aus dem Weg geht. In seinem Buch geht er Schritt für Schritt die Stolpersteine durch, mit denen der Weg zum gewünschten Ziel gepflastert sind. Analytisch wird sowohl das eigentliche Wunschziel, das Projekt, – ob es nun darum geht 10 kg abzunehmen, mehr Sport zu treiben oder ein Buch zu schreiben -,unter die Lupe genommen und befragt. Warum wollen wir das? Ist es für uns selbst wichtig, was haben wir davon? Fürchten wir vielleicht unangenehme Folgen oder Begleiterscheinungen, die auch mit dem Ziel verbunden sind?

Und auf welche Art tricksen wir uns aus? Schieben wir es immer wieder auf? Lenken wir uns ab? Welche Ausreden verwenden wir? Auch Umgebung, nicht förderliche Kontakte und natüzrlich unsere Widerstände werden systematisch herausgefiltert. Die Hilfen und Stufen, wie wir unserem Ziel auf zuverlässige Weise näher kommen, sind vielseitig und umfangreich, der jeweiligen Selbstsabotage-Typ angepasst.

Klar, das Buch ist ein ARBEITSbuch, um unsere Willenskraft zu stärken braucht es eben auch ein Krafttraining. Aber es macht Spaß, das Buch zu lesen und sich dabei die Aufgaben herauszusuchen, die zum eigenen Muster passen.

Wer so seine Schwierigkeiten hat bei einem Projekt am Ball zu bleiben und es nun wirklich einmal ernsthaft angehen möchte, dem sei das Buch wärmstens empfohlen.

Ralf Senftleben: „Entdecke deine Willenskraft“, 256 Seiten, Verlag GU, TB, 2019, ISBN 978-3-8338-6961-7, Preis 16,99€

 

Alberto Villoldo: Mutiges Träumen – Wie Schamanen Realitäten erträumen

Alberto Villoldo vermittelt in diesem Buch zwischen zwei Welten – der wissenschaftlich orientierten Psychologie und der der traditionellen Schamanen. Er lebt als Psychologe und medizinischer Anthropologe einerseits und Schamane andererseits selbst in beiden Welten.

„Mutiges Träumen“ stellt die Frage, wie „real“ die Realität tatsächlich ist. Es geht dabei nicht um interessante Hypothesen, sondern um Anleitungen, Hilfestellungen dazu, die Realität zu erschaffen, in der wir leben wollen.

Die Realität, in der wir leben, entspricht oft Mustern, die wir nicht selbst geschaffen haben, die wir aber unreflektiert als die einzig möglichen übernehmen. Menschen, die nach dem Krieg erwachsen wurden sehnten sich vielleicht vorwiegend nach Stabilität ihrer Situation, nach festen Lebensmustern und materiellem Besitz, von dem sie sich ein Stück Sicherheit erhofften. Sie leben ihre Träume. Ihre Kinder die diese Werte übernahmen und als verbindlich betrachteten empfanden ein Leben in der Bilderbuchfamilie mit Häuschen im Grünen und weißem Gartenzaun vielleicht eher als Albtraum. Es war nicht ihr eigener Traum, den sie lebten, sondern eine übernommene Rolle Villoldo spricht hier von psychologischem und genetischem Ballast, den wir mit uns herumschleppen: unser eigenes leuchtendes Energiefeld (LEF), der uns umgebende Lichtkörper, den der Schamane wahrnehmen kann. Das LEF strukturiert den Körper wie das Energiefeld eines Magneten die Eisenspäne auf einer Glasplatte. Villoldo bezeichnet die DNS als die Hardware des Körpers, das LEF als die Software, die die Systemanweisungen vorgibt. „Wenn wir das LEF reinigen sind wir nicht mehr dazu verdammt, die gleichen Gebrechen zu bekommen wie unsere Eltern oder denselben karmischen Ballast von einem Leben ins nächste mitzuschleppen.“

Die Geschichten, in die wir verstrickt sind, lassen sich auf verschiedene Weisen erzählen. Lebensmuster, in denen wir stets das Opfer geben, lassen sich auch zu Heldengeschichten umschreiben. Das Drehbuch in unserem Kopf ist nicht unumstößlich, es lässt sich auch umschreiben.

Um die täglichen Dramen neu bewerten zu können müssen wir wissen, auf welcher Bewusstseinsebene wir gerade agieren. Alberto Villoldo erläutert die vier Bewusstseinszustände

1. das normale Wachbewusstsein, 2. den Traum, 3. den traumlosen Schlaf und 4. den Zustand der luziden Klarheit beim Aufwachen und einschlafen. Der schamanischen Tradition gemäß benennt er diese Zustände vier Tierarchetypen: 1. Schlange, 2. Kolibri, 3. Adler und 4. Jaguar. Probleme auf der Ebene des alltäglichen Bewusstseins lassen sich nicht auf der gleichen Ebene lösen, das erkannte schon Einstein. Die Bewusstseinsebene zu wechseln, um das Problem sozusagen „von oben“, aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, ist Voraussetzung dafür, neue Realitäten zu schaffen, ins Leben zu träumen.

Der Unterschied zwischen Ziele zu setzen und dem Träumen besteht darin: „Ziele haben ein klar definiertes Ende, das Träumen hingegen ist eine Lebensweise.“ (S. 144)

Villoldo bietet dazu in seinem Buch reiches Übungsmaterial: zu erkennen, auf welcher Bewusstseinsebene der Schuh drückt und zu handeln, indem man altes Rollenverhalten erkennt und lernt, die Rolle aufzugeben. Sich selbst neu zu erfinden und den Seelenmüll hinter sich zu lassen – dazu gibt der Autor auf erfrischende und leicht verständliche Weise Anregungen. Zahlreiche Beispiele veranschaulichen das Konzept, machen es nachvollziehbar und lassen den Leser schmunzeln und sich selbst erkennen. Ein durch und durch empfehlenswertes Buch!

Alberto Villoldo: „Mutiges Träumen“, 288 Seiten Verlag Goldmann Arkana, TB, Deutsche Erstausgabe 2009, ISBN 978-3-442-21857-8, 7,95€

 

Rhonda Byrne: The Power

Rhonda Bryrne hat nach ihrem großen Erfolgsbuch und -film The Secret nachgelegt. Während The Secret sich mit dem Gesetz der Anziehung beschäftigt geht es hier noch stärker um die Umsetzung dieser Einsichten.

Die Erkenntnis ist nicht neu, es gab Vorreiter wie José Silva, der in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts ein Selbstheilungsprogramm vorstellte, das mit der Schulung der Aufmerksamkeit arbeitet. Nicht wenige kamen nach ihm, setzten ihren speziellen Akzent dieser Forschung. Rhonda Byrne steht in dieser Tradition. Also nur ein weiteres Buch zum gleichen Thema? Ganz sicher nicht. Jede Erkenntnis, jede Einsicht in die Kraft der Anziehung ist einmalig schlägt einen individuellen Pfad ein parallel zu anderen Wegen, mit unterschiedlichen Abzweigungen, Ruhe- und Aussichtspunkten, – unterwegs zu einem gemeinsamen Ziel.

Das Gesetz der Anziehung besagt: was aussendest wirst du auch zurückbekommen. Das hört sich zunächst vielleicht schlicht und zu einfach an. Aber der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Die Autorin gibt in ihrem Buch einen Wegweiser an die Hand, die Hindernisse aufzuspüren, die uns den Weg zur Erfüllung unserer wahren Wünsche und Ziele versperren. „Sie sind nicht dazu geboren, um ein Leben zu führen, das nur ab und zu ein paar Glücksmomente für Sie bereithält… Sie sind dazu bestimmt, das Leben in seiner Fülle auszuschöpfen und alles zu haben, was Sie sich wünschen.“ Das klingt utopisch und unrealistisch. Aber – was heißt schon „real“? Die Realität, die Sachhaltigkeit, ist die Umgebung, die wir geschaffen haben. Wir glauben an den Kampf ums Dasein? Wir haben ihn! Wir glauben, dass man nur durch harte Arbeit zu etwas kommen kann, wobei wir in Konkurrenz zu anderen, genauso hart arbeitenden Menschen stehen? Wir leben in dieser Realität. Unser Leben, da wir als einzelner Mensch in der Gesellschaft ähnlich denkender Menschen leben, entspricht dem Denkmuster, das dem zugrunde liegt. Unser persönliches Denkmuster ist nicht nur individuell geprägt, sondern durch vielfältige Erfahrungen: Gesellschaftsmuster, Erziehung, persönliche Erfahrung usw.

Rhonda Byrnes geht es darum, diese Prägungen bewusst zu machen und sie aufzulösen, sie zu ersetzen durch die Muster, Glaubenssätze, Perspektiven, die wir wirklich wollen. Wer nun meint, damit werde dem Egoismus Tür und Tor geöffnet für den hält die Autorin eine Überraschung bereit: wer Positives in sein Leben einladen möchte, der muss Liebe in sein Denken und Fühlen bringen. Man kann nicht gleichzeitig Positives für sich selbst und dem Nachbarn etwas Schlechtes wünschen. – Das wussten schon die alten Mystiker. Und die moderne Quantenphysik, die den Glauben an abgeschlossenen Teilchen durch die Erkenntnis von Energie, von Schwingungsebenen ablöst, bewegt sich auf ähnlichen Pfaden.

The Power ist ein Übungsbuch, das auf leichte, motivierende Weise aufruft, unser Leben selbst in die Hand zu nehmen, der eigenen Kraft zu vertrauen und sie nicht länger zu benutzen das zu verfestigen, was wir nicht wollen, sondern alte Muster los zu lassen. Es ist ein Buch, das man gern der besten Freundin schenkt.

Die Aufmachung ist ebenso ansprechend wie der Inhalt. Sinnsprüche und eine Zusammenfassung des Inhalts am Ende jedes Kapitels erleichtern den Umgang. Die farbige Gestaltung unterstreicht den Muntermacher-Effekt.

Rhonda Byrnes: „The Power“, 287 Seiten, Verlag Knaur MensSana, geb. mit Schutzumschlag, Deutsche Erstausgabe 2010, ISBN 978-3-426-65687-7

 

Julia Cameron: Es ist nie zu spät, neu anzufangen – Der Weg des Künstlers ab 60

Julia Cameron hat ein neues Buch geschrieben. Ihr Kreativtraining „Der Weg des Künstlers“ für Künstler und jeden, der seine Kreativität entwickeln möchte wurde von ihr vor 25 Jahren entwickelt. Seither schrieb sie zahlreiche Varianten für unterschiedliche Lebenslagen: für das kreative Selbst, für Kreativität im Beruf, für Schriftsteller, und, und.

Das vorliegende neue Buch wendet sich nun an Menschen im Ruhestand. In dieser Zeit, wo Karriere und berufliche Herausforderungen meist hinter uns liegen noch einmal neu beginnen? Das ist eine Herausforderung!

Das Buch führt uns wieder durch ein 12-Wochen-Program mit vielen Übungen, Fragelisten und Wunschlisten, Reflexionen über die Vergangenheit und Entwicklung von Perspektiven für die Zukunft.

Zunächst geht es daran, das staunen wieder zu lernen, ein Gefühl von Freiheit und Verbundenheit wieder zu gewinnen. Aufrichtigkeit, Demut und Freude sind Themen, die das Buch nahe bringt, unser Status quo wird abgefragt. Welchen Sinn wollen wir dem letzten Teil der Reise geben? Julias Buch bietet Unterstützung, ist ein Mutmacher und Begleiter auf dem Weg zu neuen Aufgaben, neuen Herausforderungen, neuen Abenteuern.

Neu in diesem Programm ist die Einbeziehung der Biographie. Der Leser wird angeregt, das Lebensalter auf Zeitblöcke entsprechend der 12 Wochen zu verteilen. Diese Zeitblöcke – also bei einem aktuellen Alter von 60 Jahren wären es 5 Jahre, die pro Woche angeschaut werden sollen. Die Zeitblöcke werden anhand von Fragen beleuchtet, die den jeweiligen Jahren angemessen sind: welche Lehrer hatten Einfluss auf uns? Mit welchen Personen hatten wir zu tun? Waren sie wohlwollend oder nicht? Aber auch an welchen Orten wir gewohnt haben oder welche Lieblingsspeisen wir hatten wir abgefragt. Dadurch wird die Vergangenheit lebendig, alte Wünsche, Pläne, auch alte Ängste und Hindernisse tauchen auf. Betrachten wir aus heutiger Perspektive und mit heutiger Weisheit unser Leben, können plötzlich Zusammenhänge aufscheinen, die uns vorher nicht bewusst waren. Vergrabene Wünsche können sich zurückmelden und in unserem Leben eine zweite Chance bekommen.

Wie alle Bücher von Julia Cameron ist auch dieses nicht mit dem erhobenen Zeigefinger geschrieben sondern eher wie der Rat einer guten Freundin. Man spürt die Lebenserfahrung der Autorin, ihre Betrachtungen und Anregungen sind authentisch und erzählen von einer langen Erfahrung in der Kunst der kreativen Lebensgestaltung. Die Verbindung von Biographiearbeit und Kreativitätstraining ist eine effektive Steigerung des Programms.

Neben dem Wochenprogramm, in das jeweils ein ansprechender Essay einführt, igbt es den wöchentlichen Check, in dem die Erahrungen der Woche abgefragt werden. Künstlertreff und Spaziergänge gehören ebenfalls zum Programm und ergänzen die Aufgaben.

Mich selbst begleiten Julia Camerons Bücher seit 19 Jahren. Auf das Schreiben der Morgenseiten wollte ich nicht mehr verzichten. Als Biographiearbeiterin und Kreativcoach empfinde ich diese Verbindung beider Arbeitsweisen als genialen Griff.

Julia Cameron: Es ist nie zu spät, neu anzufangen. 380 Seiten,Verlag MensSana, 2016, TB, ISBN 978-3-426-65805-5, 14,99€